Beerdigung

Beerdigung

„Bedrückt uns auch das Los des sicheren Todes, so tröstet uns doch die Verheißung der künftigen Unsterblichkeit. Denn deinen Gläubigen, o Herr, wird das Leben gewandelt, nicht genommen. Und wenn die Herberge der irdischen Pilgerschaft zerfällt, ist uns im Himmel eine ewige Wohnung bereitet“.

Die kirchliche Begräbnisfeier, Präfation v. d. Verstorbenen I

Kirchliche Begräbnisfeier
Angesichts des Todes sprechen wir Katholiken von einer Feier, der kirchlichen Begräbnisfeier! Denn Christus hat allen, die zu Ihm gehören, das ewige Leben verheißen. Somit ist das katholische Begräbnis bei aller Trauer ein Ausdruck der Hoffnung auf die Auferstehung der Toten.

„Durch den Tod wird die Seele vom Leib getrennt; in der Auferstehung aber wird Gott unserem verwandelten Leib das unvergängliche Leben geben, indem er ihn wieder mit unserer Seele vereint. Wie Christus auferstanden ist und immerdar lebt, so werden wir alle am Letzten Tag auferstehen.“

Katholischer Katechismus 1016

Bestattungsformen

Die Erdbestattung ist die bevorzugte Form der kirchlichen Bestattung.
Indem die Kirche den Leichnam der Verstorbenen beerdigt, bekräftigt sie den Glauben an die Auferstehung des Fleisches. Durch die Taufe ist der Leib Tempel des Heiligen Geistes geworden. Deshalb wird der Leib bei der Beerdigung mit Weihwasser und Weihrauch geehrt.

Da die Einäscherung des Leichnams nicht die Seele berührt und die Allmacht Gottes nicht daran hindert, den Leib aufzuerwecken, ist sie zulässig. Sie ist keine grundsätzliche Leugnung der christlichen Lehre über die Unsterblichkeit der Seele und die Auferstehung des Leibes.

Anonyme Beisetzungen lehnt die katholische Kirche aus Respekt vor der Würde des Menschen ab. Gott hat bei der Taufe den Namen des Menschen (wie es in der Heiligen Schrift sinnbildlich heißt) in Seine Hand geschrieben. Darum spielt der Name bei der Taufe und auch beim Begräbnis eine wichtige Rolle.

Trauerfeier oder Exequien für den Verstorbenen sind möglich, wenn sie räumlich und zeitlich von der anonymen Beisetzung getrennt sind. Diese wird aus dem vorher beschriebenen Grund nicht von einem Priester begleitet. Das gleiche gilt auch für eine Ascheverstreuung.

Für „Sternenkinder“, tot Geborene oder Fehlgeburten, sieht die Kirche einen eigenen Bestattungsablauf vor.

Wer bestattet?

Die kirchliche Begräbnisfeier gehört zu den wichtigen Aufgaben der Priester.

Durch den Geistlichen wird deutlich, dass sich nicht nur Verwandte, Freunde und Bekannte vom Verstorbenen verabschieden, sondern auch die Glaubensgemeinschaft der Kirche offiziell eines ihrer Glieder auf seinem letzten Weg begleitet.

Die Begräbnisfeier

Die kirchliche Begräbnisfeier besteht immer aus 2 Teilen: dem (Trauer-) Gottesdienst in Kirche oder Trauerhalle auf dem Friedhof und der Beisetzung.

In der Regel finden sie in einem zeitlichen Zusammenhang statt.

Möglich ist aber auch ein Trauergottesdienst am Abend oder Vorabend der Beisetzung in einer regulären Heiligen Messe.

Trauergottesdienst in der städtischen Trauerhalle auf dem Friedhof
Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen vollständigen Gottesdienst mit folgendem Ablauf:

  • Lied oder Orgelspiel
  • Begrüßung
  • Kyrie-Rufe
  • Oration (Gebet für die/den Verstorbenen)
  • Lesung und/oder Evangelium
  • Ansprache
  • apostolisches Glaubensbekenntnis
  • Anrufungen
  • Oration
  • Einladung zur Prozession zum Grab

Die Begräbnisfeier wird durch eine Orgel begleitet.

Exequien in der Kirche

Bei der Entscheidung für einen Trauergottesdienst in der städtischen Trauerhalle oder für Exequien in der Kirche ist Folgendes zu bedenken: wenn die Angehörigen keine Beziehung zur Eucharistiefeier haben und selbst nicht regelmäßig daran teilnehmen oder wenn mit einem überwiegenden Anteil von Nicht-Katholiken unter den Trauergästen zu rechnen ist, dann ist der Wortgottesdienst in der Trauerhalle die bessere und keineswegs weniger feierliche Form. Die Exequien setzen das Mitbeten, Mitsingen und Mitvollziehen der Riten voraus.

Alternativ können die Exequien im Rahmen einer Wochentagsmesse gefeiert werden. In Sankt Petrus werden am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, jeweils um 18.00 Uhr, heilige Messen gefeiert, die auch für Exequien offen sind. Dort können die Trauernden sich von der versammelten Gemeinde mittragen lassen.

Auf Wunsch kann der Verstorbene während der Exequien in der Kirche aufgebahrt werden. Bei der Aussegnung wird der getaufte Leib als Tempel des Heiligen Geistes geehrt.

Eine Urne kann nicht in der Kirche aufgestellt werden.

Ablauf des Begräbnisses

  • Prozession zum Grab
  • Segnung des Grabes
  • Beisetzung
  • Gebet für Verstorbene und Lebende
  • Vater unser
  • Mariengruß
  • Abschluss
Alternative Form der Urnenbeisetzung
  • Trauerfeier zur Verabschiedung am Sarg
  • Einäscherung
  • Urnenbeisetzung

Bei dieser Form der Verabschiedung des Verstorbenen am Sarg kann die Trauerfeier auch am Abend oder am späten Freitag-Nachmittag in einer unserer Kirchen stattfinden.

Am Ende der Trauerfeier wird der (Einäscherungs-) Sarg aus der Kirche getragen und zum Krematorium gebracht. Der Ablauf ist ansonsten wie oben beschrieben. Die Urnenbeisetzung findet dann zu einem späteren Zeitpunkt ohne erneute Trauerfeier in der Trauerhalle auf dem Friedhof am Grab statt. Hierzu kommt in der Regel jener Priester, der auch die Trauerfeier gehalten hat. Dies ist die von der Kirche bevorzugte Form, da hier der Leib des Verstorbenen vor der Verbrennung geehrt wird.

Musik

Grundsätzlich gilt es, drei Arten von Musik zu unterscheiden: Trauerlieder, Trauermusik und Erinnerungsmusik.

Trauerlieder sind Kirchenlieder aus dem Gotteslob, beispielsweise „Wir sind nur Gast auf Erden“;

Trauermusik ist entweder speziell für Trauerfeiern komponiert worden oder mit der Zeit dazu geworden, wie beispielsweise die Air von Bach oder das Largo aus der Oper Xerxes von Händel.

Erinnerungsmusik ist Musik, die die Angehörigen ganz persönlich mit dem Verstorbenen verbinden. Das kann beispielsweise seine oder ihre Lieblingsmusik sein. Oder auch ein Lied, das er oder sie immer wieder gesungen hat.

Während Trauerlieder und ggf. Trauermusik bei der Trauerfeier dazugehören, ist Erinnerungsmusik im allgemeinen für eine kirchliche Trauerfeier nicht geeignet. Zum einen ist sie oft erklärungsbedürftig, zum anderen passt sie oft weder textlich noch melodisch zu einer kirchlichen Trauerfeier. Beispielsweise kann der alte Schlager „Junge komm bald wieder“ eben nicht ein Auferstehungslied ersetzen. Erinnerungsmusik hat ihren Platz beispielsweise beim Beerdigungskaffee.

Das gleiche gilt für den Einsatz von Musik-CDs. Gottes Lob ist der lebendige Mensch. In der Trauerfeier bitten, loben und danken wir Gott für den oder die Verstorbene. Und das kann nur der lebendige Mensch.

Daher ist in Sankt Petrus die Orgel das Instrument bei der Trauerfeier. Eine Begleitung der Orgel durch Geige, Querflöte, Trompete etc. ist möglich.

Totenzettel

Totenzettel sind ein guter Brauch bei kirchlichen Trauerfeiern, aber keine Pflicht. Die Angehörigen geben den Trauergästen auf diese Weise ein Andenken an den Verstorbenen mit nach Hause. Schön ist es auch, wenn der Totenzettel ein Bild des Verstorbenen enthält. Da die Zettel in der Regel vor Beginn der Trauerfeier verteilt werden, haben die Gäste das Bild des Verstorbenen praktisch in der Hand und vor Augen.

Schmuck von Kirche und Trauerhalle

Blumenschmuck für die Kirche ist grundsätzlich möglich, aber mit der Küsterin kuester@petrus.de abzusprechen.

Die Trauerhalle wird vom Bestatter geschmückt. Aber auch hier gilt es zu beachten, dass wir ausschließlich kirchliche Trauerfeiern vornehmen. Zum Charakter einer solchen Feier gehören, Kreuz, Kerzen, Blumen, großflächige schwarze oder violette Tücher und — wenn erwünscht — ein Bild des Verstorbenen im A4- oder A3-Format.

In der Kirche kann ebenfalls ein Bild des Verstorbenen im A4-Format im Mittelgang der Kirche aufgestellt werden.

Hierfür ist ein eigener Bildständer vorhanden, der von der Pfarrei aufgestellt wird.

Die Zusendung des Fotos wird als jpg-Datei an info@petrus.de erbeten.

Das Auslegen eines Kondolenzbuches davor ist möglich.

Terminvereinbarung

Bei der Terminvereinbarung für eine Bestattung ist vieles zu beachten: die Fristen des Bestattungsgesetzes, die Beisetzungzeiten auf dem Friedhof, die Wünsche der Angehörigen, die terminlichen Möglichkeiten des Bestatters und auch jene der Pfarrei. Es muss nicht nur einer der Priester zur Verfügung stehen, sondern auch Organist und ggf. Küsterin. In der Regel übernimmt das beauftragte Bestattungsinstitut die Koordination des Beisetzungstermins.

Samstags werden von Seiten der Pfarrei keine Bestattungen durchgeführt, da an diesem Tag viele andere Gottesdienste wie Taufen, Hochzeiten, Goldhochzeiten und auch die Vorabendmesse stattfinden.

Der Priester, der die Beerdigung durchführt, meldet sich einige Tage vor der Beisetzung bei den Angehörigen, um einen Termin für ein Trauergespräch zu vereinbaren.

Sechswochenamt und Jahrgedächtnis

Die Termine für ein Sechswochenamt und ein Jahrgedächtnis können zu den Sprechzeiten im Pfarrbüro vereinbart werden.

Eingehen auf persönliche Wünsche

Soweit es möglich ist, geht der Priester gerne auf die Wünsche der Angehörigen ein, insbesondere in der Einleitung und vor allem bei der Ansprache. Es gibt keine 08/15-Ansprachen. Aber ein Nekrolog (Lobrede auf den Verstorbenen) ist von Seiten der Kirche nicht zulässig.

Schwerpunkt ist immer die christliche Hoffnung auf die Auferstehung.

Dies schließt keineswegs aus, dass dabei auf den Lebenslauf oder Einzelheiten aus dem Leben eingegangen wird.

Der Ablauf der Exequien und der Trauerfeier ist festgelegt und kann vom Priester nicht nach Gutdünken verändert werden. Folgende Gestaltungsmöglichkeiten bestehen aber in Absprache mit dem Priester:

  • ein persönliches Wort von einem Angehörigen oder einer anderen Person, in der Regel nach der Beisetzung am Grab
  • Erwähnung eines bestimmten Ereignisses in der Ansprache des Priesters
  • Auswahl der Lesungen aus der Heiligen Schrift. Bei der Trauerfeier wird in der Regel eine Lesung gewählt, bei den Exequien immer zwei Lesungen, wovon die erste Lesung aus dem Alten oder Neuen Testament sein muss und die zweite Lesung immer aus einem der vier Evangelien.
  • Auswahl von Fürbitten für den Verstorbenen
  • Auswahl von Liedern aus dem Gotteslob
  • musikalische Mitwirkung eines Chores oder Solisten. Das Vorhaben muss rechtzeitig mit dem Priester abgesprochen werden.
  • Mitwirkung eines Lektors aus dem Kreis der Angehörigen, Freunde oder Nachbarn
  • Mitwirkung eines Priesters oder Diakons aus dem Freundeskreis
  • Einsatz von Nachbarn, Freunden etc. als Sargträger. Dies ist mit dem Bestattungsinstitut abzuklären bzw. auf dem Frelenberger Friedhof auch mit dem Pfarrbüro.
Was nicht geht

Wir bitten aber auch um Verständnis, dass manche Dinge nicht gehen, da sie dem Charakter einer kirchlichen Trauerfeier widersprechen. Das sind unter anderem:

  • Lesungstexte aus weltlicher Literatur als Ersatz für die biblischen Lesungen
  • das reine Verlesen eines Lebenslaufes durch den Priester als Ansprache
  • das Abspielen von Musik-CDs oder anderen Tonträgern in der Kirche oder während der Trauerfeier in der städtischen Trauerhalle auf dem Friedhof
  • großflächiges, die Trauerhalle dominierendes Aufstellen von weltlichen Gegenständen, die beispielsweise das Hobby der oder des Verstorbenen ausdrücken, wie: Fahrrad, Kicker, Golfschlägerpakete, Tennisschläger etc.;
    genauso das Aufstellen von dem oder der Verstorbenen liebgewordenen Hausgegenständen, wie Lieblingssessel oder Gartenschaufel, oder das Auslegen von Kleidungsstücken, wie zum Beispiel einem Blaumann. Das gleiche gilt für Tiere.
Übrigens: gemäß alter Tradition ist auf dem Sarg eines Protestanten ein einfaches Kreuz und auf dem Sarg eines Katholiken ein Crucifix (Kreuz mit Corpus). Noch älter allerdings ist die Tradition den Sarg mit einem Bahrtuch abzudecken. Bei Staatsbegräbnissen ist das auch heute noch üblich. Der Vorteil ist unübersehbar: ob nun ein teurer oder einfacher Sarg da steht, wird unerheblich. Auch das teure Blumengesteck auf dem Sarg entfällt. Gott hat andere Maßstäbe als den finanziellen Wohlstand.